Lieferprogramm Beton

Augen auf bei der Betonwahl

Betoneinteilungen

Beton ist nicht gleich Beton

10 Gründe

Überzeugend

Lieferbedingungen

Für jede Anwendung die richtige Technik

Downloadcenter

Magazin, Katalog, Bescheinigungen & mehr

Mediathek

Film ab!

Blog

UHL aktuell!

Team

Unsere UHL RockStars!

33 gute Gründe

Wieso, weshalb, warum

Chronik

Über 85 Jahre UHL

Familienunternehmen

langfristig unschlagbar

Blogübersicht

11.09.2019, 14:45

Mammut vom Band!

uhls - Ausgabe 2019

(PDF, 13 MB)

Spektakulärer Fund im Uhl-Kieswerk in Legelshurst: Dort wurde zum Jahresende der Backenzahn eines Mammuts zutage gefördert. Bald ist das Fundstück im Archäologischen Landesmuseum zu sehen

Wussten Sie schon? Elefanten können schwimmen. Ja, sogar tauchen. Verblüffend, oder? Noch abgefahrener:
Den Rüssel benutzt der Dickhäuter als Schnorchel… Ob Mammuts das auch konnten, weiß man nicht, aber immerhin ist bekannt,
wo die Biester gelebt haben. In Baden zum Beispiel. Denn jetzt wurde aus dem Legelshurster Baggersee ein besonderer Backenzahn zutage gefördert: der eines Mammuts. Vielleicht ist das Tier bei einem missglückten Tauchgang untergegangen?
Wahrscheinlich ist das nur ein kurioser Gedanke. In Wirklichkeit kann niemand sagen, was dem Mammut zum Verhängnis wurde. Klar ist nur:
Die Spezies starb vor rund 18 000 Jahren aus. Warum? Das ist Hintergrund heftiger Debatten.
Die einen vermuten, dass den Tieren die steigende Temperatur zum Ende der Eiszeit zum Verhängnis wurde.
Andere gehen von der Overkill-Theorie aus, wonach es der Mensch war, der das Mammut mit seinen Speeren zuerst bejagte – und dann ausrottete.
Ein prähistorischer Whodunit-Krimi also? Und das im beschaulichen Legelshurst. Wow! So etwas erleben die Mitarbeiter im Kieswerk nicht jeden Tag. Entsprechend groß war die Aufregung, als plötzlich ein prähistorischer Mammut-Backenzahn vom Förderband fiel.
Der ist inzwischen im Archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg gelandet, wo er restauriert und archiviert wird,
um der Wissenschaft zu helfen, neue Erkenntnisse über das rätselhafte Schicksal der zotteligen Urzeittiere zu erlangen.

Zu verdanken ist das alles vor allem dem Legelshurster Werksleiter Jürgen Baumert, der schon seit fast 40 Jahren im Kieswerk arbeitet.
„Seit dem 1.3.1980, genau genommen.“ Darauf legt er Wert. Seither hat Jürgen Baumert einige spektakuläre Funde miterlebt.
„Wir hatten hier auch schon eine Fliegerbombe auf dem Bagger“, erzählt er. „Auch Mammut-Funde gab es schon.“
Der jüngste sei allerdings der erste innerhalb von zwei Jahrzehnten. Dass er ausgerechnet in Jürgen Baumerts Hände gelangte,
war ein äußerst glücklicher Zufall. Denn bei Uhl gilt er als der Mammut-Experte – und wusste deshalb sofort, was zu tun ist.
„Wir haben den Zahn sofort in einen Eimer mit Seewasser gelegt. Er muss erstmal im gleichen Milieu bleiben, damit er nicht austrocknet und zerfällt.“

DER FUND
Vom Mammut-Fieber angesteckt wurde Jürgen Baumert schon Mitte der 1990er-Jahre beim Besuch des Mammutheums in Siegsdorf am Bodensee – dem vom bekannten Experten Bernhard Raymond von Bredow gegründeten Museum, das sich ausschließlich mit dem Mammut beschäftigt.
Von Bredow fand als Teenager ein ganzes Skelett. Darüber zu forschen wurde für ihn zur Lebensaufgabe.
Vom Besuch schwärmt Jürgen Baumert noch heute: „Der Museumsleiter ist ein faszinierender Mann. Wir waren ungefähr drei Stunden bei ihm.
Danach musste ich meine Uhr neu stellen. Er hat uns regelrecht in die Eiszeit zurückversetzt.“
Seither hat auch Jürgen Baumert das Thema nicht mehr losgelassen – bis jetzt.
Als Werkskollege Raphael Jost das seltsame Objekt präsentierte, das er auf der Rohkieshalde unterhalb der Siebmaschine zwischen Lehmbrocken und Steinen zufällig entdeckt hatte, sei ihm deshalb sofort klar gewesen: Das ist der Backenzahn eines Mammuts.
„Er muss vom Schwimmgreifer in der Mitte des Sees aus bis zu 60 Metern Tiefe aufs Förderband gelangt sein“, vermutet Jürgen Baumert.
„Dann ist der Zahn wahrscheinlich durchs Entwässerungssieb gerutscht und auf der Rohkieshalde gelandet.“

KIESWERK-SCHÄTZE
Für Kiesgruben sei das typisch, sagt der Archäologe Dr. Bertram Jenisch vom Landesamt für Denkmalpflege in Stuttgart,
der den Zahn als erster Experte begutachtete. „Häufig werden auch Metalle gefunden. Werkzeuge und andere Geräte.
In Kehl sind sogar zwei mittelalterliche Schwerter ausgestellt.“ Der Grund: Kiesgruben zeigen häufig Ablagerungen eiszeitlicher Flussläufe und Seebecken auf. Darin überdauern manche Objekte Jahrtausende. „Der Mammutzahn in der Kiesgrube ist ein Klassiker“,
sagt Jenisch. Dass damit pfleglich umgegangen werde, sei aber nicht selbstverständlich.
„Nach dem Denkmalschutzgesetz müssen alle Funde von wissenschaftlichem oder heimatgeschichtlichem Belang gemeldet werden.
Leider macht das nicht jeder“, so Jenisch. „Umso mehr freut uns, wie vorbildlich es diesmal ablief.“ Zu verdanken ist das Jürgen Baumert,
der nun hofft, dass der nächste Fund nicht wieder 20 Jahre auf sich warten lässt.